Presseinformationen

28. März 2017 - Österreich trotzt dem Megatrend Landflucht: Urbanes Landleben ist leistbar und attraktiv

Eine repräsentative Umfrage belegt die Attraktivität des ländlichen Raums in Österreich: Große Teile der städtischen Bevölkerung träumen vom Wohnen am Land. Auch sonst lässt die Umfrage den globalen Trend zum Stadtleben bei uns nicht erkennen. Am Land locken gute Infrastruktur, Lebensqualität und leistbare Wohnkosten. Das passt auch zur allgemeinen EU-Statistik: Beim Arbeitsmarkt in den Regionen liegt Österreich im Spitzenfeld. Die Massivbauhersteller konnten 2016 ihren Beitrag dazu in einer Regionalstudie belegen. Bei den Rahmenbedingungen ist die Politik gefordert.

92 Prozent der Bevölkerung am Land sind mit ihrem aktuellen Wohnort zufrieden oder sehr zufrieden - in Wien immerhin 86 Prozent. In der Market-Meinungsumfrage im Auftrag von BAU!MASSIV! wurden auch Motive für die Wahl oder Veränderung der Wohnsituation abgefragt. In diesem Sinne erscheint das Land als idealer Ort, tatsächlich befindet sich Österreich hier auf gutem Niveau: Der internationale Vergleich zeigt, dass Armut am Land oder Landflucht nicht die Bedeutung haben wie anderswo. 

Land wirkt attraktiv und leistbar
„Einen zentralen Faktor stellt die Sicherheit dar, dicht gefolgt von Nahversorgung, Leistbarkeit  des Wohnraums und Verkehrsanbindung.“, erklärt Prof. Dr. Werner Beutelmeyer, Institutsvorstand und Geschäftsführer des Market Instituts Linz. „Eigentum in Form eines Hauses am Land erscheint als Idealzustand, zwei Drittel der Bevölkerung schätzen diesen auch als leistbar ein,“ interpretiert Beutelmeyer die Umfrage, „Nur ein knappes Viertel der Menschen am Land kann dem Gedanken an einen Umzug in die Stadt etwas abgewinnen. Umgekehrt zieht es die Großstädter aufs Land, in Wien die Hälfte und sogar zwei Drittel der anderen Stadtbevölkerungen.“ Jobangebot und Ausbildungsmöglichkeiten erscheinen als Gründe für ein Leben in der Stadt.

Massiv bauen stärkt die Regionen
Eine weitere Erkenntnis: Geht es tatsächlich ums Bauen, favorisieren 52 Prozent der Bevölkerung den Massivbau, Leichtbau liegt mit 19 Prozent deutlich im Hintertreffen. Für massive Baustoffe sprechen Energieeffizienz und lange Lebensdauer. Dabei geht Regionalität ganz klar vor dem Preis. Mit dem Effekt, dass regionale Wirtschaft und Arbeitsmarkt gestützt werden und die Umweltbelastung sinkt. Der Zuspruch freut Dr. Andreas Pfeiler, Geschäftsführer des Fachverbands der Stein- und keramischen Industrie. „Das bestätigt unsere Studie aus dem Vorjahr, unsere Branche wirkt aus der Region für die Region. Und Massivbau entspricht den Wünschen der Bevölkerung.“ Das Institut STUDIA berechnete nämlich in einer Regionalstudie, dass der Transportweg für massive Baustoffe von der Produktion bis zum Kunden nur 35 Kilometer beträgt.

Solide Jobstruktur am Land
Dr. Wolfgang Amann, Direktor des Instituts für Immobilien, Bauen und Wohnen, bestätigt als unabhängiger Experte die Rolle von Bauen als regionalem Faktor: „Die Massivbaubranche gehört zu den traditionellen Industrien lokaler Prägung, die das Rückgrat der ländlichen Wirtschaft bilden. Dazu kommen innovative Betriebe mit hoher Exportquote, die ebenfalls am Land operieren.“ Diese Kombination schaffe einkommensstarke Regionen und eine Art urbanisierten ländlichen Raum. Auch seien laut EUROSTAT 2015 die österreichischen Haushaltseinkommen am Land weit weniger durch Wohnkosten überlastet als in der Stadt (2 statt 12 Prozent) und damit weit unter dem EU-Schnitt von 9 Prozent. „Daher fällt in Österreich die Armutsgefährdung am Land geringer aus als in der Stadt. Freilich gibt es immer noch Regionen mit Nachholbedarf,“ ergänzt Amann.

Massivbau – nachhaltig auf mehreren Ebenen
„Unsere Branche erhält oft gerade da Strukturen, wo sonst nur wenig zu finden ist“, erklärt  Pfeiler, die Regionalstudie illustrierte die Rolle der Massivbauwirtschaft mit Zahlen: 200.000 Existenzen hängen an den 65.000 Arbeitsplätzen in diesem Bereich, und dies zu 55 Prozent im ländlichen Raum. „Weil wir mit einem Anteil von rund 1,2 Prozent am Bruttoinlandsprodukt auch ein starker regionale Wirtschaftsmotor sind“, so Pfeiler, „geht es uns auch darum, das Land in seiner Struktur zu erhalten.“ Zudem zeichnen sich Massivbauten durch Ressourceneffizienz, Langlebigkeit und nahezu 100-prozentige Wiederverwertbarkeit aus.

Noch leben gut zwei Drittel der Bevölkerung im ländlichen Raum, doch die Umfrage zeigt: Viele Menschen spüren eine Tendenz zur Abwanderung in die Städte unter der jungen Bevölkerung. „Dem können wir mit guter Infrastruktur und leistbaren Wohnungen entgegen wirken“, schließt Pfeiler aus der Umfrage und fordert von der Politik ausreichende Finanzmittel für bedarfsgerechten und nachhaltigen Wohnungsneubau in den Regionen. Den Stärken im Massivbau stehen gering wertbeständige Bauweisen und die Konkurrenz aus Ländern mit teilweise geringeren Umweltstandards gegenüber: „Eine Herkunftsbezeichnung für Baustoffe würde Nachhaltigkeit gewährleisten und helfen, die Qualität heimischer Produkte zu vermitteln,“ appelliert Pfeiler, „es würde regionale Strukturen absichern, damit wir unsere Rolle als Wirtschaftsmotor auch im ländlichen Raum weiter wahrnehmen können.“

Über BAU!MASSIV!
Als Informations- und Nachhaltigkeitsplattform des Fachverbandes der Stein- und keramischen Industrie Österreichs vertritt BAU!MASSIV! die Interessen der Mitglieder in den  bauaffinen Branchen.

19. Mai 2016 - Massive Baustoffe sind Motor für Regionen Österreichs

Eine aktuelle Studie belegt die wesentliche Bedeutung der Massivbauhersteller für die Regionen: Zement, Ziegel, Beton und Putze sichern die wirtschaftliche Existenz von rund 200.000 ÖsterreicherInnen – insbesondere im ländlichen Raum. Die Branche bildet damit eine Stütze der Gesellschaft. Um diesen Stellenwert auch langfristig zu sichern, bedarf es einer fairen Bewertung der ökonomischen und ökologischen Faktoren bei Baustoffen. Insgesamt sollte ihre günstige Wirkung mehr beachtet werden.

Massive Baustoffe stehen für rund 34.000 Beschäftigungen in der Produktion. In ihrer weiteren Verwertung sorgen massive Baustoffe für knapp 65.000 Beschäftigte im Bauwesen. Vor- und nachgelagerter Bereich eingerechnet, sichert die Massivbaustoffindustrie die wirtschaftliche Existenz von rund 200.000 Menschen in Österreich, und ein Arbeitnehmer sichert die Existenz von 22 Personen. Zu 55 Prozent entfaltet sich dieser Effekt im ländlichen Raum. Ein Euro, der im Massivbau eingesetzt wird, löst Folgeinvestitionen von 3,15 Euro aus, dies entspricht einer Wertschöpfung von rund 2 Mrd. Euro. Diese gewichtigen Eckdaten präsentiert eine Studie, die Dipl. Math. Wolfgang E. Baaske vom Institut STUDIA für den Fachverband der Stein- und keramischen Industrie erstellt hat. „Anknüpfend an europäische Studien bestätigt sich auch in meiner Berechnung die essenzielle Wirkung dieses Industriezweiges“, erklärt der auf Analysen spezialisierte Mathematiker.

Eine Branche trägt ganze Regionen

Die Kombination vorhandener Daten und eigens durchgeführter Untersuchungen in der Branche zeichnet ein genaues Bild von den vielfältigen Effekten, die von Politik und Öffentlichkeit bis dato so nicht wahrgenommen wurden: Die Herstellung massiver Baustoffe prägt regionale Strukturen. In diesem Wirtschaftszweig dominieren mittelständische Betriebe. Die Produzenten massiver Baustoffe beschäftigen überwiegend Menschen aus der näheren Umgebung, mehr als die Hälfte aus den jeweiligen Standortbezirken. Darunter befinden sich auch überdurchschnittlich viele ältere Arbeitnehmer - 30 Prozent sind über 50.

Rekordhalter bei kurzen Transportwegen: 35 Kilometer vom Werk bis zum Kunden

Nicht nur die Arbeitsplätze, auch die Produkte bleiben regional: 84 Kilometer, so Baaske in seiner Studie, beträgt der Transportweg, der zwischen Rohstoffen, Produktion und Endabnehmern zusammenkommt. Der Transportweg vom Werk bis zu Kunden beträgt überhaupt nur 35 Kilometer. Freilich ein abstrakter Wert, aber durchaus plausibel: Produzenten massiver Baustoffe siedeln traditionell dort, wo die Ausgangsstoffe leicht verfügbar sind. Von der Rohstoffgewinnung zum Hausbau 84 Kilometer, dieser Wert illustriert sowohl die regionale wie die nachhaltige Wirkung massiver Baustoffe.

Stagnation in der Massivbauindustrie gibt Grund zur Sorge

Regionale Produkte: Nicht nur bei Lebensmitteln wird dieser Faktor in den letzten Jahren immer höher geschätzt. Die Umwelt wird durch kurze Wege geschont, die Gesellschaft insgesamt profitiert von den lokalen Strukturen. De facto können auch die österreichischen Massivbauhersteller diese Qualitäten für sich beanspruchen. Ihre Produktion entspricht den hohen heimischen Umweltstandards. Gebäude in Massivbauweise sind durch ihre lange Lebensdauer sowohl wirtschaftlich wie ökologisch nachhaltig. Trotzdem zeichnen sich Probleme ab, den Produzenten massiver Baustoffe fällt es in den aktuellen Rahmenbedingungen immer schwerer, ihre positive Wirkung zu entfalten. Dr. Manfred Asamer, Obmann des Fachverbands der Stein- und keramischen Industrie, sieht Anzeichen für eine ungünstige Entwicklung: „Der Gesamtumsatz bei massiven Baustoffen stagniert in den letzten Jahren. Wir sind immer noch auf gutem Niveau, aber wenn sich dieser Trend verstärkt, gibt es Grund zur Sorge.“ Im letzten Jahresbericht (2015) erscheint die Steigerung des Branchenumsatzes mit 0,26 Prozent auf 3,32 Mrd. Euro gegenüber 2014 recht dürftig.

Solide Strukturen sichern

Große Infrastrukturprojekte beschäftigen Politik und Öffentlichkeit. Dagegen findet das regionale und kommunale Verkehrsnetz vergleichsweise wenig Beachtung - gerade darauf wären die regionalen Produzenten aber angewiesen. Diese Transportwege werden zunehmend vernachlässigt. „Wir haben dezentrale Standorte, wir sind darauf angewiesen.“ Noch leben gut zwei Drittel der Bevölkerung im ländlichen Raum, jedoch ist die Tendenz zur Abwanderung in und um die Städte stark. „Die Regionen abseits der Ballungsräume lassen sich stärken und die Landflucht bremsen, wenn es eine gute Infrastruktur und Impulse für den Wohnbau gibt“, so Asamer.

Wohnbauförderung als Korrektiv

Immer mehr spürt die heimische Massivbau-Branche billige Bauweisen und die Konkurrenz aus Ländern mit geringeren Umweltstandards. Hier mangelt es an einer korrekten ökologischen Bewertung: „Wir müssen zwar Belastungen durch Ökostrom und steigende Kosten für Zertifikate tragen, die ökologischen Vorteile unserer kurzen Wege und der langlebigen Produkte werden im bestehenden System nicht berücksichtigt“, konstatiert Dr. Andreas Pfeiler, Geschäftsführer des Fachverbands der Stein- und keramischen Industrie. Ein sinnvolles Korrektiv für diese Schieflage in der Behandlung von Baustoffen bei der Errichtung neuer Wohneinheiten wäre die Herkunftskennzeichnung, analog zur Aufwertung von Produkten aus regionaler Produktion in anderen Wirtschaftsbereichen. So könnten auch in der Bauwirtschaft heimische Standards und soziale Effekte, insbesondere aber kurze Transportwege berücksichtigt werden. Mit Bezug auf die aktuelle Studie fordert Pfeiler: „Es geht um die Würdigung der nachhaltigen Qualitäten massiver Baustoffe und vor allem um Fairness in der ökologischen Bewertung.“ Das würde regionale Strukturen bewahren und für echte Nachhaltigkeit sorgen.

28. Jänner 2016 - BAU!MASSIV! fordert Nachhaltigkeitsgedanken bei Sonderbauprogrammen der Länder ein

Die Initiative BAU!MASSIV! des Fachverbandes der Stein - und keramischen Industrie der WKÖ begrüßt die Initiativen der Länder im Zusammenhang mit Sonderbauprogrammen, durch die kostengünstige Wohnungen für junge Familien, Geringverdiener und Asylberechtigte errichtet werden sollen. „Trotz einfacher Ausstattung darf aber der Gedanke der Nachhaltigkeit keinesfalls über Bord geworfen werden“ fordert Reinhold Lindner, der Sprecher der Initiative der massiven Baustoffhersteller.

Nachhaltiges Bauen im Sinne von Langlebigkeit, Energieeffizienz, Regionalität und Kostenoptimalität wurde bisher im sozialen Wohnbau groß geschrieben. Geht es nach BAU!MASSIV!, müssen diese Parameter auch zukünftig fixer Bestandteil in den Überlegungen der Bundesländer zum Bauen für Asylberechtigte sein. Dieser Fokus dürfe nicht durch die Errichtung von Spar-Wohnbau, der mittelfristig wieder demontiert werden soll, aus den Augen verloren werden, betont Lindner. Auch die Bevorzugung einzelner Baustoffe habe keinen Platz bei diesem komplexen Thema, bei dem es um die Schaffung von günstigem, aber gleichzeitig auch wertbeständigen Wohnbau gehe.

Massive Baustoffe stehen für extrem flexible Baulösungen und bieten auch im Bereich modulares Bauen verschiedene Anwendungsmöglichkeiten, die den Anforderungen im Sinne der bestehenden Bauordnungen gerecht werden. Die geringen Transportradien und die dadurch vorteilhaften Ökobilanzen stellen die Anforderungen an die Nachhaltigkeit ebenso sicher wie den Verbleib der Wertschöpfung in der Region. Darüber hinaus ist die Langlebigkeit, aber auch die Flexibilität der errichteten Gebäude garantiert, ergänzt Andreas Pfeiler vom Fachverband der Stein- und keramischen Industrie.

Die aktuellen Initiativen der Länder bieten hervorragende Gelegenheiten alle Vorzüge von massiven Baustoffen für bedarfsgerechtes, kostengünstiges, aber auch nachhaltiges Wohnen einzusetzen und zu zeigen, dass der intelligente Einsatz von massiven Baustoffen einen wesentlichen Beitrag zum nachhaltigen Bauen und Werterhalt liefern kann.

22. Oktober 2015 - Sonderbeilage "De Presse"
17. September 2015 - Leistbares Wohnen in Tirol

Aktuelle Umfrage: Tiroler äußern konkrete Wünsche für leistbare Wohnlösungen

Befragung dokumentiert Spitzenposition der Massivbauweise bei Nachhaltigkeit und günstigem Bauen

Innsbruck, 17. September 2015. Für die große Mehrheit der Tirolerinnen und Tiroler sind die Kosten für die Wohnraumbeschaffung nicht mehr leistbar. Das ergibt eine aktuelle Umfrage des IMAD im Auftrag von BAU!MASSIV!. Am kostengünstigsten lassen sich laut Einschätzung der Befragten Gebäude in Massivbauweise errichten. Mit nachhaltigem Bauen verbinden die Tiroler vor allem geringe Energie- und Betriebskosten, Langlebigkeit und regionale Wertschöpfung.

20. Februar 2015 - BAU!MASSIV! Interview Bauzeitung
23. September 2014 - Baukultur oder leistbares Wohnen?
© Bohmann Events

Kontroverselle Diskussion zwischen Politik, Architekten und Ökonomen

Mit einem neu ins Leben gerufenen Standardausstattungskatalog für den sozialen Wohnbau hat der zuständige Landesrat in Oberösterreich im Frühjahr dieses Jahres eine heftige Diskussion im Zusammenhang mit Baustandards, Baukultur, und Kosteneffizienz im Wohnbau vom Zaun gebrochen. BAU!MASSIV! und das Magazin „Architekturjournal Wettbewerbe“ haben am 17. September 2014 die Beteiligten im Architekturforum Linz um ihre Meinung gefragt und erstaunliche Statements bekommen.

„Baukultur die nicht leistbar ist, ist Bauunkultur“ so beispielsweise Karl Wurm, Obmann des Verbandes Gemeinnütziger Bauvereinigungen Österreichs oder „gelungene Häuser sind Sozialisationsverdichter“ von Karin Stieldorf, Institut für Architektur und Entwerfen der TU Wien, waren nur zwei einer Reihe von emotionalen Statements rund ums leistbare Wohnen. Weiters am Podium waren Wolfgang Amann, Geschäftsführer Institut für Immobilien Bauen und Wohnen GmbH, Bettina Brunner von x Architekten, Landesrat Manfred Haimbuchner, zuständig für Wohnbau in Oberösterreich, Martin Leitl, Geschäftsführer Leitl Spannton GmbH sowie Andreas Pfeiler, Geschäftsführer des Fachverbandes der Stein- und keramischen Industrie sowie BAU!MASSIV! Sprecher Reinhold Lindner.

Der vom oberösterreichischen Landesrat Haimbuchner ins Leben gerufene und ab Jänner 2015 verbindlich zur Anwendung kommende Ausstattungskatalog für den sozialen Wohnbau ist unter den Architekten zwar umstritten, hat aber zu einer massiven österreichweiten Diskussion der Standards sowie der Kosteneffizienz im sozialen Wohnbau beigetragen.

Sowohl das Bekenntnis von Haimbuchner hinter der getroffenen Entscheidung zu stehen, aber auch die Ansage zur weiteren Diskussionsbereitschaft des nach seinen Angaben offenen Katalogs und auch das wiederholt zum Ausdruck gebrachte Angebot der Architekten, Planer und Baustoffhersteller, in einen konstruktiven Dialog zu treten, lässt auf einen spannenden und hoffentlich zukünftig befruchtenden Dialog hoffen.

Das Anliegen von BAU!MASSIV!, sich als Plattform für Diskussionen im Massivbau zur Verfügung zu stellen, wurde jedenfalls gänzlich erfüllt und am Ende des Abends war auch der provokant gewählte Titel „Baukultur oder leistbares Wohnen“ zumindest ein klein wenig in Richtung „Baukultur und leistbares Wohnen“ gerückt.

17. September 2014 - Wohnbauförderung: Unverzichtbar als Wirtschaftsmotor und Garant für leistbare Wohnungen

BAU!MASSIV! fordert von Bundesregierung Gesamtstrategie für Wohnbau und Infrastruktur

2050 werden 9,3 Millionen Menschen in Österreich leben und die Ballungsräume um 30 Prozent gewachsen sein. Doch aktuelle Analysen zeigen: Der Wohnbedarf ist um 10 Prozent unterdeckt, die Wohnkosten sind steigend. Weitere Wohnengpässe müssen durch die Sicherstellung der Finanzierung eines bedarfsgerechten Wohnungsneubaus verhindert werden. Die Bundesregierung ist gefordert, eine Gesamtstrategie für Wohnbau und Infrastruktur zu entwickeln, mit der auch der Lebens- und Wirtschaftsstandort im ländlichen Raum abgesichert werden kann.

„Dass bereits beschlossene Mittel für eine Wohnbauoffensive von 270 auf 180 Millionen Euro reduziert werden sollen, ist sicher das falsche Signal“, kommentiert Dipl.-Ing. Dr. Andreas Pfeiler, Geschäftsführer des Fachverbands der Stein- und keramischen Industrie, mit Blick auf die Verhandlungen zum Finanzausgleich 2015. Bei einem Wachstum von bis zu 25.000 Menschen jährlich ist die Abdeckung der Nachfrage nach leistbarem Wohnraum eine der größten gesellschaftspolitischen Herausforderungen – und die Wohnbauförderung das effektivste Lenkungsinstrument, um dieser erfolgreich begegnen zu können.

Jeder geförderte Euro kommt mehrfach zurück

Anhand des Sanierungsschecks lässt sich die Bedeutung der staatlichen Förderung für die Bauwirtschaft und nachgelagerte Sparten anschaulich darstellen. Hier geht es im Zeitraum seit 2009 um 70.000 sanierte Wohneinheiten, eine jährliche Wertschöpfung von rund 123 Millionen Euro Lohnsteuer, 70 Millionen Euro Umsatzsteuer, 181 Millionen Euro Sozialversicherung und 12.500 gesicherte Arbeitsplätze sowie zusätzlich die Einsparung von 11,2 Millionen Tonnen CO2.

Die Wohnbauförderung setzt gerade in wirtschaftlich schwachen Zeiten wichtige Nachfrageimpulse. 2013 betrug das Gesamtvolumen der Bauwirtschaft in Österreich rund 33 Milliarden Euro. Mit rund 26 Milliarden Euro entfallen mehr als 2/3 des Volumens auf den Hochbau und davon mehr als 60 Prozent auf den Wohnbau. Jeder eingesetzte Euro hat dabei einen hohen Multiplikator-Effekt für nachgelagerte Sparten.

2013: Wohnbedarf unterdeckt, Förderzusagen im Plus, Wohnkosten steigend

Fakten zum Immobilienmarkt zeigen es auf: 2013 wurden in Österreich rund 46.000 Wohnungen bewilligt, gebraucht werden laut Ansicht der Experten aber 10 Prozent mehr, das sind 50.000 pro Jahr. Denn die Bevölkerungs- und Haushaltszahlen steigen – die Statistik Austria rechnet mit einem Wachstum auf 9,3 Millionen österreichische Einwohner bis zum Jahr 2050. Erfreulich ist die Zunahme des Beitrags der öffentlichen Hand zum Wohnungsneubau: Die Förderzusagen stiegen von 2012 auf 2013 um 21 Prozent, von 23.900 auf 30.300 Wohneinheiten. Derzeit substituiert der freifinanzierte Wohnbau die fehlenden Förderzusagen. Entfielen früher 80 Prozent auf geförderte und 20 Prozent auf freifinanzierte Wohnungen, so ist der Anteil des geförderten Wohnbaus im Jahr 2013 auf 65 Prozent zurückgegangen. Die Folge ist eine bereits spürbare Verknappung am geförderten Wohnungsmarkt, die sich in steigenden Wohnkosten niederschlägt. Gleichzeitig gehen die Lenkungseffekte der Wohnbauförderung verloren, wie etwa im Bereich der Energieeffizienz.

Rückgang bei Eigenheimförderung

Auch wenn alle Umfragen das Eigenheim als Wohn-Wunschprofil der Österreicherinnen und Österreicher orten – und das vorzugsweise im Speckgürtel der Städte: 2013 zeichnet sich ein historischer Tiefpunkt bei den Förderungszusagen bei Eigenheimen mit einem Rückgang um 20 Prozent auf 6.200 Eigenheime ab. Der Landflucht und steigenden Zuwanderung in Ballungszentren stehen somit schrumpfende ländliche Regionen gegenüber. Derzeit leben 66 Prozent der Bevölkerung im ländlichen Raum, die Statistik Austria prognostiziert bis 2050 ein Minus von 10 Prozent. Der Erhalt regionaler Strukturen ist jedoch essenziell für Österreichs Gesamtwirtschaft. „Der im Regierungsprogramm in Aussicht gestellte

Masterplan muss rasch entwickelt und umgesetzt werden, um die Zukunft für den ländlichen Raum zu sichern und seine Attraktivität auszubauen“, appelliert Mag. Dr. Manfred Asamer, Asamer Baustoffe AG und Obmann des Fachverbands der Stein- und keramischen Industrie, an die Bundesregierung. „Darin muss der Ausbau von leistbarem Wohnraum und Verkehrsinfrastruktur ebenso sichergestellt werden wie die internationale Anbindung. Auch hier ist die Wohnbauförderung der zentrale Hebel als Wirtschaftsmotor und Lenkungsinstrument für nachhaltiges Wohnen“, bekräftigt Asamer.

Leistbar und nachhaltig wohnen: Anstelle von Technik die natürlichen Fähigkeiten der Baustoffe nutzen
Für Dipl.-Ing. Martin Leitl, Geschäftsführer Leitl Spannton GmbH und Techniksprecher des Fachverbands der Stein- und keramischen Industrie, steht fest: „Leistbares und nachhaltiges Wohnen ist eng verknüpft mit den verwendeten Baustoffen. Entscheidend ist es dabei, einfach zu bauen und die natürlichen Fähigkeiten der Baustoffe zu nutzen.“ Massive Baustoffe schützen aufgrund ihrer hohen Speichermasse nicht nur vor Kälte und Hitze, sondern auch vor Schall, wodurch weniger Haustechnik benötigt wird und sich so Energiekosten ohne Aufwand reduzieren lassen. Massivbau bietet Schutz vor sommerlicher Überhitzung, Hochwasser, Sturm, Lärm, Einbrüchen und Feuer. „Die in den einschlägigen Bestimmungen geplant Absenkung des Schutzniveaus der Bewohner vor Feuer, um Holzbau zu erleichtern, lehnen wir ab. Massivbau ist leistbar und sicher“, so Leitl abschließend.

Sicherung der Wohnbauförderung, Gesamtstrategie für Wohnbau und Infrastruktur und technologieneutrale Regelungsrahmen gefordert
Effektive Wohnungspolitik braucht neben Kontinuität und Lenkungsinstrumenten auch eine vorausgehende objektive Bedarfsanalyse. Auf dieser Basis muss eine Gesamtstrategie für Wohnbau und Infrastruktur entwickelt werden. Pfeiler dazu: „Wohnen muss leistbar werden. Wir fordern die Politik daher auf, die Wohnbauförderung und die Finanzierung von bedarfsgerechtem Wohnungsneubau auch für den kommenden Finanzausgleich zu sichern – und gleichzeitig die

Wohnbauförderungsstrategie zu überdenken“. Er regt an, diese im Rahmen eines Runden Tisches mit Bund, Ländern und Branchenexperten zu diskutieren.

BAU!MASSIV! fordert darüber hinaus die österreichweite Harmonisierung von Regelungsrahmen zur Energieeffizienz. „Der richtige Ansatz ist hier die Technologieneutralität, denn es führen unterschiedliche Wege zum Ziel der Energieeffizienz“, bekräftigt Pfeiler die Forderungen.

Fachverband der Stein- und keramischen Industrie

29. April 2014 - Österreich-Umfrage: Schere zwischen Realität und Wohntraum klafft auseinander

BAU!MASSIV! fordert von Regierung Strategie für leistbares Wohnen ein

Eine gute Wohnqualität definiert für 98% der ÖsterreicherInnen Lebensqualität. Doch der Wunsch nach einem adäquaten Wohnraum relativiert sich durch zu hohe Kosten beim Bauen, Renovieren oder Mieten. Entsprechend sind nur rund ein Viertel (27%) der 15-29jährigen ÖsterreicherInnen mit ihrer derzeitigen Wohnsituation sehr zufrieden. Dies ergibt eine kürzlich vom market-Institut erstellte Umfrage. Eine lange Lebensdauer, Beständigkeit der Wohnräume sowie geringe Betriebskosten sind für die ÖsterreicherInnen die wichtigsten Argumente beim Bauen und Wohnen. Die Bundesregierung ist gefordert, eine koordinierende Funktion einzunehmen, um bedarfsgerechten und nachhaltigen Wohnbau sicherzustellen.

Für die ÖsterreicherInnen sind die Top 3 Parameter für „gutes Wohnen“: Lebensqualität / Wohlfühlen (48%), Lage (34%) und ausreichend Platz (25%). Dies bestätigt eine Studie des market-Instituts im Februar 2014, bei der rund 1.200 Personen zum Thema „Erwartungshaltung der ÖsterreicherInnen zur leistbaren Wohnqualität“ befragt wurden. Der Großteil der Befragten (74%) zeigte sich überzeugt, dass sich die Anforderungen und Erwartungen an das Wohnen stark ändern werden. Die Top 3 Aspekte für die Zukunft stellen Kostenbewusstsein, innovative Technik und Vitalität beim Wohnen dar. 61% der Menschen in Österreich träumen von einem Einfamilienhaus, von einer Eigentumswohnung hingegen lediglich 19%, von einer Mietwohnung 9% und von einem Reihen- oder Mehrfamilienhaus gar nur 7%. Die zentralen Werte eines „Traum-Zuhauses“ sind Wohlfühlen / Behaglichkeit (87%), gesundes Wohnen (60%) und Langlebigkeit (57%).

Der Faktor Kosten dominiert

„Bei den Themen Bauen und Renovieren dominiert der Faktor Kosten die Gedanken der ÖsterreicherInnen. Bei 34% der Bauaktiven überwiegt das Sorgenfeld Geld beim Thema Bauen und für 25% beim Thema Renovieren“, erläutert Prof. Dr. Werner Beutelmeyer, Institutsvorstand und Geschäftsführer des market-Instituts Linz. Für den Bau bzw. Kauf eines Hauses oder einer Wohnung sind die Kosten ebenso der zentrale Punkt. Günstige

Betriebskosten (73%), gefolgt von Baukosten (66%) sowie einer günstigen Finanzierung (66%) stellen hier die wichtigsten Parameter dar. Fakt ist: Die ÖsterreicherInnen möchten „gut wohnen“. Doch die Preise bzw. die Kosten für Wohnraum sind seit 2005 überproportional stark angestiegen und relativieren somit den Wunsch nach einem Eigenheim. „Daher bedarf es gezielter Maßnahmen. Für die Bauwirtschaft sind eine Anpassung der Wohnbauförderung sowie eine koordinierte Funktion der Bundesregierung zur Sicherstellung eines bedarfsgerechten und nachhaltigen Wohnbaus unumgänglich“, betont DI Dr. Andreas Pfeiler, Geschäftsführer des Fachverbands der Stein- und keramischen Industrie.

Massivbauweise steht für Langlebigkeit und Beständigkeit

Die möglichst lange Lebensdauer eines Hauses ist für 62% der Befragten wesentlich bedeutender als eine kurze Bau- bzw. Errichtungszeit. Ein weiteres zentrales Kriterium beim Bau eines Hauses ist die Bauweise: Hier schlägt die Massivbauweise mit 37% klar die Leichtbauweise mit 7%. Die ÖsterreicherInnen (94%) glauben, dass die Massivbauweise eine längere Lebensdauer aufweist. Der Mittelwert der erfragten erwarteten Lebensdauer eines Hauses oder einer Wohnung in Massivbauweise beträgt über 92 Jahre, bei einem Haus in Leichtbauweise liegt er hingegen nur bei rund 56 Jahren. Die Umfrageergebnisse verdeutlichen: Der Massivbau wird mit den Werten Langlebigkeit und Beständigkeit assoziiert. Hingegen gibt es bei Häusern in Leichtbauweise gewichtige Zweifel an diesen beiden Faktoren.

Die Studie beweist: Die ÖsterreicherInnen bevorzugen den Massivbau

Massivbau ist in jeder Hinsicht als Bauform der Zukunft geeignet. Massive Baustoffe zeichnen sich durch ein sehr gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis aus. Sie überzeugen in der langjährigen Nutzung durch geringe Instandhaltungs- und Betriebskosten und weisen lange Lebenszyklen mit geringer Wartungsintensität auf, verbunden mit hoher Widerstandsfähigkeit gegen Naturkatastrophen. „Spannend ist die Kombination von Energieeffizienz mit Behaglichkeit und langer Lebensdauer: Massive Baustoffe schützen aufgrund ihrer hohen Speichermasse nicht nur vor Kälte und Hitze sondern auch vor Schall, wodurch sich einerseits Energiekosten ohne Aufwand reduzieren lassen, andererseits lebenslanges angenehmes Wohnen gewährleistet ist“, unterstreicht DI Martin Leitl, Geschäftsführer Spannton GmbH und Mitglied des Nachhaltigkeitsbeirats im Fachverband der Stein- und keramischen Industrie. „Zudem garantieren massive Baustoffe aufgrund ihrer lokalen Gewinnung und Verarbeitung Arbeitsplätze in den Regionen und kurze Transportwege“, so Leitl weiter.

BAU!MASSIV! fordert harmonisierte und technologieneutrale Regelungsrahmen und Strategie für leistbares Wohnen
Im Hinblick auf zukunftssicheres und nachhaltiges Wohnen dokumentiert die Studie für BAU!MASSIV! klare Aufforderungen an die Politik, aktiv zu werden. DI Dr. Andreas Pfeiler dazu: „Der Bedarf an leistbaren Wohneinheiten ist derzeit größer als das Angebot. Wir fordern daher die Politik auf, die Wohnbauförderungsstrategie zu überdenken und diese im Rahmen eines runden Tisches mit Bund, Länder und Branchenexperten zu diskutieren. Wohnen muss wieder leistbar werden. Und die Wohnbauförderung ist das effektivste Lenkungsinstrument, um bedarfsgerechten und nachhaltigen Wohnbau sicherzustellen.“

BAU!MASSIV! fordert darüber hinaus die Vereinheitlichung der Nachhaltigkeitskriterien in der Wohnbauförderung und in Bau-Gesetzen unter der Berücksichtigung der Lebenszykluskosten sowie der österreichweiten Harmonisierung von Regelungsrahmen zur Energieeffizienz. „Der richtige Ansatz ist hier die Technologieneutralität, denn es führen unterschiedliche Wege zum Ziel der Energieeffizienz“, bekräftigt DI Dr. Pfeiler die Forderungen.

Weitere Informationen unter: www.nachhaltigkeit-massiv.at